Runder Tisch Fachkräftebedarf in Sozial- und Erziehungsberufen
Der Fachkräftemangel in den Sozial- und Erziehungsberufen stellt den Oberbergischen Kreis vor große Herausforderungen. Insbesondere mit Blick auf den ab dem Schuljahr 2026/2027 geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter ist eine vorausschauende Fachkräftesicherung von zentraler Bedeutung.
Um dieser Entwicklung gemeinsam zu begegnen, hat das Bildungsbüro des Oberbergischen Kreises den Runden Tisch Fachkräftebedarf in Sozial- und Erziehungsberufen initiiert. Ziel ist es, die relevanten Akteurinnen und Akteure der Region zusammenzubringen und gemeinsam tragfähige Strategien zur Fachkräftesicherung zu entwickeln.
Der Runde Tisch versteht sich als kreisweites Netzwerk und strategisches Gremium. Vertreten sind unter anderem die Berufskollegs, Jugendämter, Träger der Kinder- und Jugendhilfe, die Agentur für Arbeit, die Wirtschaftsförderung sowie weitere Partnerinnen und Partner aus dem Bildungs- und Sozialbereich. Gemeinsam werden aktuelle Entwicklungen analysiert, regionale Herausforderungen identifiziert und Lösungsansätze zur Gewinnung, Qualifizierung und Bindung von Fachkräften erarbeitet.
Der Runde Tisch richtet seinen Fokus verstärkt auf die Qualität der Ausbildung, die Begleitung angehender Fachkräfte sowie die Entwicklung geeigneter Unterstützungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Kitaleitungen. In themenspezifischen Arbeitsgruppen werden die Ergebnisse vertieft, Handlungsempfehlungen erarbeitet und konkrete Maßnahmen entwickelt, um den zukünftigen Anforderungen in den Sozial- und Erziehungsberufen wirksam begegnen zu können.
Beim 2. Runden Tisch am 21. Januar 2026 im Berufskolleg Dieringhausen wurde der gemeinsame Prozess weiter konkretisiert. Im Mittelpunkt standen die beiden Handlungsfelder „Ausbildung“ und „Personalentwicklung“. Bereits laufende Maßnahmen und neue Ansätze wurden vorgestellt, gemeinsam diskutiert und auf ihre weitere Umsetzung und Verstetigung hin betrachtet.
Dabei ging es nicht allein um die Frage, wie zusätzliche Fachkräfte gewonnen werden können. Ebenso wichtig ist es, Nachwuchskräfte gut auszubilden, berufliche Entwicklungsmöglichkeiten zu stärken und Fachkräfte langfristig für die Arbeitsfelder zu gewinnen und zu halten.
Ein besonderer Schwerpunkt des Treffens lag deshalb auf dem gemeinsamen Commitment: Die Beteiligten diskutierten die Ziele der beiden Handlungsfelder und verständigten sich auf die weitere Zusammenarbeit in Arbeitskreisen und gemeinsamen Maßnahmen.
Mit der Auftaktveranstaltung im Januar 2025 wurde ein langfristiger, kreisweiter Entwicklungsprozess gestartet. Der Runde Tisch bildet den strategischen Rahmen, aus dem schrittweise konkrete Maßnahmen auf operativer Ebene entstehen. Ziel ist es, die Qualität der frühkindlichen Bildung und Betreuung nachhaltig zu sichern und den Oberbergischen Kreis als attraktiven Bildungs- und Arbeitsstandort weiter zu stärken.